Online-Gespräch
Sprachrohr oder Gegengewicht?
Die Rolle der Medien gegenüber der Rechtsradikalen
Im letzten Jahrzehnt haben wir ein Phänomen beobachtet, das sich über alle Kontinente erstreckt: den Wahlaufstieg und die diskursive Normalisierung der extremen Rechten. Dieser Prozess fand jedoch nicht in einem Vakuum statt.
Die Medien spielten dabei eine zentrale und oft widersprüchliche Rolle.
Einerseits übten die Medien ihre kritische Funktion aus: Sie prangerten Hassreden an, überprüften falsche Angaben und warnten vor Gefahren für die Demokratie.
Andererseits fungierten sie, ohne es zu wollen oder gerade wegen der Logik der Nachrichten, als Verstärker. Jede Kontroverse, jede Provokation, jede extreme Äußerung wurde zur Schlagzeile, ging viral und wurde zum Thema des Tages. Damit rückten die Narrative der extremen Rechten in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.
Heute, da die extreme Rechte in vielen Parlamenten und Regierungen bereits fest etabliert ist, sieht die Lage anders aus. In einigen Ländern, wie Argentinien, Italien oder Ungarn, wurden diese Akteure nicht mehr nur als politisches Phänomen behandelt, sondern sind zu Regierungen geworden, die Druck auf die Presse selbst ausüben. In anderen Ländern, wie Spanien, bleiben sie in der Opposition, haben es aber geschafft, ihre Agenda in den Redaktionen und in der täglichen Debatte durchzusetzen.
Dies wirft Fragen auf wie:
🔥Welche Verantwortung trugen die Medien für den Aufstieg der extremen Rechten?
🔥War es unvermeidlich, ihnen Sichtbarkeit zu verschaffen, oder gab es alternative Möglichkeiten, über dieses Phänomen zu berichten, ohne es zu verstärken?
🔥Was wurde aus diesem Jahrzehnt gelernt?
🔥 Was wird heute in den Redaktionen anders gemacht?
🔥 Und vor allem: Was bedeutet es für den Journalismus, wenn die extreme Rechte an die Macht kommt?
Um diese Fragen zu beantworten, begleitet uns heute Natalia Chientaroli, Journalistin bei el diario.es, Informationschefin und Chefredakteurin für Gesellschaft in diesem Medium.

Warum ist das für unsere Reihe wichtig?
Erfahrungen aus verschiedenen Ländern zeigen: Rechtsradikale Regierungen versuchen, Institutionen zu schwächen, historische Narrative umzuschreiben, die Rechte von Minderheiten zurückzudrängen und zivilgesellschaftliche Räume einzuengen
Politische Bildung stärkt hier die demokratische Resilienz, indem sie kritisches Denken, Dialog und handlungsfähige Netzwerke fördert.
Genau das ist der Antrieb unserer Reihe.
23. März, 19:00 Uhr (Deutschland)
Online und kostenlos · mit Simultanübersetzung Deutsch/Spanisch
Hinweis: Für Teilnehmende außerhalb der genannten Städte kann die lokale Sommerzeit abweichen. Bitte die eigene Zeitzone prüfen.
Chile (Santiago): 15:00 Uhr (CLST/UTC-3)
Argentinien (Buenos Aires): 15:00 Uhr (ART/UTC-3)
Mexiko (Mexiko-Stadt): 12:00 Uhr (CST/UTC-6)


