Online-Gespräch
Wer kämpft um die Schule?
Die radikale Rechte und Bildung in Deutschland und Argentinien
Donnerstag, 24. September, 19 Uhr (CET) / 14 Uhr (Argentinien) via Zoom.
In fast allen Ländern, in denen die radikale Rechte erstarkt, ob in der Regierung oder in der Opposition, taucht die Schule auf ihrer Agenda auf.
Das ist kein Zufall: Lehrpläne, die Rolle der Familien und die Bildungsfinanzierung sind Felder, die sich leicht besetzen lassen, ein hohes Mobilisierungspotenzial bieten und langfristig auf kommende Generationen wirken.
Doch wie die Schule umkämpft wird, hängt davon ab, welche Machtposition die radikale Rechte innehat.
In Deutschland regiert die AfD auf Bundesebene nicht, drängt aber aus der Opposition heraus voran: parlamentarische Anträge, Meldeportale gegen Lehrkräfte, die Forderung nach „politischer Neutralität», die in Wirklichkeit demokratische Bildung zum Schweigen bringen soll, sowie ein Kulturkampf um Geschichts- und Sexualerziehung.
In Argentinien kontrolliert die Regierung Milei hingegen den Staat direkt, und ihr wichtigstes Instrument ist nicht das Klassenzimmer, sondern das Budget: die Definanzierung der Lehrer*innenausbildung, Spannungen mit den Provinzen und Gewerkschaften um Ressourcen sowie die Schwächung der nationalen Bildungsautorität in einem föderalen Land.
Was verbindet diese beiden Strategien, bzw. der ideologische Kampf um das deutsche Klassenzimmer und die argentinische Sparpolitik?
Und was verraten ihre Unterschiede darüber, wie man sich in jedem Kontext wehren kann?
Wir sprechen mit Rita Nikolai, Professorin für Pädagogik mit Schwerpunkt Vergleichende Bildungsforschung an der Universität Augsburg, die ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt zur Schulpolitik der AfD leitet, sowie mit Vanesa Romualdo, Professorin für Bildungssoziologie an der Universität Buenos Aires (UBA) und Forscherin am Institut für Bildungsforschung (IICE), die sich auf Bildungsföderalismus und Bildungspolitik spezialisiert hat.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch mit Simultanübersetzung statt.

Warum ist das für unsere Reihe wichtig?
Erfahrungen aus verschiedenen Ländern zeigen: Rechtsradikale Regierungen versuchen, Institutionen zu schwächen, historische Narrative umzuschreiben, die Rechte von Minderheiten zurückzudrängen und zivilgesellschaftliche Räume einzuengen
Politische Bildung stärkt hier die demokratische Resilienz, indem sie kritisches Denken, Dialog und handlungsfähige Netzwerke fördert.
Genau das ist der Antrieb unserer Reihe.


